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aktualisiert am 04. 01. 2019

Januar 2019

Am 21. Dezember hat die Sonne das Tierkreiszeichen Steinbock erreicht, wo sie bis zum 20. Januar bleibt. Winteranfang ist der Moment der Winter-Sonnenwende. Am 21. 12. haben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht erreicht. Ab sofort werden die Tage wieder – zunächst unmerklich – länger. Schon in der Antike feierte man diesen speziellen Moment. Die Wintersonnenwende war zugleich der Geburtstag des Mithras, einer römischen Gottheit, die eine Personifizierung der Sonne darstellt. Man nannte Mithras daher auch „Sol invictus“ – „unbesiegbare Sonne“. Der Mithraskult war im gesamten Mittelmeerraum weit verbreitet und wurde durch das Christentum abgelöst, das den Titel „unbesiegbare Sonne“ dann auf Jesus Christus übertrug, ebenso wie den Geburtstag.

Steinbock ist das erste Winterzeichen. Auch wenn wir nur noch selten Schnee haben, ist doch die Zeit der Winterruhe und des Rückzugs angebrochen. Die Kräfte der Natur haben sich zurückgezogen und wirken im Verborgenen. Steinbock symbolisiert die Reduktion der Kräfte auf das Notwendige. Wir verbinden Begriffe wie Konzentration, Disziplin, Struktur, Verantwortung, Ernsthaftigkeit mit diesem Zeichen, das als Symbol oft in einer kargen Felslandschaft dargestellt wird, z.B. auf den Johfra-Postern. Menschen mit Sonne, Aszendent, Mond oder Medium coeli in Steinbock gelten als zuverlässig, standhaft, treu, wahrhaftig, pflichtbewusst, ausdauernd und konsequent. Diese Menschen müssen vor allem lernen, auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten. Ein in sich ruhender Steinbock-Mensch strahlt Klarheit, Ruhe, Gelassenheit und im reiferen Alter oft eine Heiterkeit aus, das auf große Erfahrung zurückblickt. „Zeit heilt alle Wunden“, könnte ein Motto des Steinbocks sein. Dieses Prinzip lehrt uns, nichts übers Knie zu brechen, sondern den Dingen und Menschen ihre eigene Zeit zu lassen, die sie brauchen, um sich zu entwickeln.

Der Planet des Monats: Saturn / Chronos

Saturn gilt als der Regent des Steinbocks. Saturn ist der letzte der sichtbaren Planeten. Deshalb galt er früheren Generationen als der „Hüter der Schwelle“, als Symbol der Grenzen und Grenzsetzung, vor allem der Grenze des Lebens. Saturn wird in Darstellungen oft als Skelett mit dem Stundenglas dargestellt oder mit der Sichel. Das melancholische Temperament, das ihm zugeordnet wird, hat Dürer in einem berühmten Stich dargestellt: „Melencholia I“, einem rätselhaften Bild, das nur mit Symbolwissen gedeutet werden kann und meines Erachtens astrologische Inhalte transportiert. Aus meiner Sicht hat Dürer die Personifizierung von Saturn dargestellt, der als nachdenklich und ernst gilt, dem das melancholische Temperament zugeordnet wird und der nach damaligem Verständnis Themen wie Landwirtschaft, Bergbau, Handwerk „beherrschte“. Auch das Stundenglas ist vorhanden.
Im persönlichen Horoskop steht Saturn für die Art und Weise, Schwierigkeiten zu ertragen, Zuverlässigkeit und Kontinuität zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Darüber hinaus hat Saturn eine gesellschaftliche Relevanz, da er ca. 2 1/2 Jahre in einem Zeichen verbringt. Seit Dezember 2017 läuft er durch sein eigenes Zeichen, den Steinbock. Das bedeutet, dass Steinbock-Geborene jetzt häufiger als sonst mit Prüfungen, Belastungen, Anstrengungen und Herausforderungen zu tun haben, zumal auch Pluto im Steinbock steht. Grenzerfahrungen aller Art sind nun gehäuft zu finden, vor allem für die zweite und dritte Dekade. Abschied und Neubeginn oder Reife und Verantwortung sind mögliche Begriffspaare in diesem Zusammenhang.

Im Geburtshoroskop deuten wir astro-psychologisch und entwicklungsorientiert die Stellung Saturns als die Kraft, die uns zu Gradlinigkeit und Konsequenz antreibt, die unser Gewissen darstellt und unsere Wahrhaftigkeit. Es ist die Fähigkeit, etwas zu realisieren, in die Tat umzusetzen und allen Widrigkeiten zum Trotz unsere Ziele zu erreichen. Daher ist Saturn ein Symbol für unseren Ehrgeiz und unsere Leistungsfähigkeit. Die Schattenseite ist die Angst vor Versagen, die uns resignativ und deprimiert werden lässt, wenn wir uns ihr hingeben. „Trotzdem ja zum Leben sagen“, ist eine wichtige Herausforderung für Menschen mit Saturn-Transiten.

Am Himmel sichtbar

Am Abendhimmel ist Mars zu sehen. Venus ist als „Morgenstern“ im Osten sichtbar.